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Nahrungsmittelallergie: Erhöhtes Risiko nach antibiotischer Therapie

https://www.wissenschaft-aktuell.de 10. Dezember 2018, erläutert und gekürzt von SEpp Klik

 

Wer im ersten Lebensjahr mit einem Antibiotikum behandelt wurde, erkrankt mit größerer Wahrscheinlichkeit an einer Allergie gegen Milch, Eier, Fisch oder Nüsse.

 

Die Bakterien, die in den ersten Lebensjahren den Darm besiedeln, unterstützen auch die normale Entwicklung des Immunsystems. Eine antibiotische Behandlung des Säuglings stört diesen Reifungsprozess und steigert das Risiko für allergische Erkrankungen. Eine amerikanischen Studie zeigt,  dass Säuglinge, die mit mindestens einem Antibiotikum behandelt worden sind, mit größerer Wahrscheinlichkeit an einer Nahrungsmittelallergie erkranken als andere. Die Antibiotika scheinen die noch nicht voll ausgebildete Barrierefunktion der Darmwand zu beeinträchtigen und so allergische Reaktionen gegen Bestandteile von Lebensmitteln zu begünstigen.

Antibiotika spielen  eine wesentliche Rolle bei der Veränderung der Darmflora. So wird die Entwicklung einer normalen Immuntoleranz gegenüber Antigenen der Nahrung gesstört (Bryan Love von der University of South Carolina in Columbia)

 

Bei Kindern, die Antibiotika bekommen hatten, war das Risiko, innerhalb von etwa vier Jahren an einer Allergie gegen Milch, Eier, Fisch, Nüsse oder andere Nahrungsmittel zu erkranken, um 84 Prozent höher als bei Kindern, die keine Antibiotika erhalten hatten. Außerdem entwickelten sich die Allergien 40 Prozent schneller.

Viele Antibiotika werden ohne zwingenden Grund  verschrieben und man fordert einen besonders verantwortungsbewussten Einsatz dieser Medikamente.

 

Quelle:

© Wissenschaft aktuell

Quelle: „Antibiotic Exposure and the Risk of Food Allergy: Evidence in the U.S. Medicaid Pediatric Population“, Minghui Li et al. Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice, DOI: org/10.1016/j.jaip.2018.09.036

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Nicht nur Antibiotika schädigen die Darmflora

https://www.wissenschaft-aktuell.de vom 20.3.2018, erläutert und gekürzt von Sepp Klik

 

Auch viele andere Medikamente wie Psychopharmaka oder Krebsmittel hemmen das Wachstum bestimmter Arten von Darmbakterien und verursachen Nebenwirkungen.

 

Antibiotika töten nicht nur den Infektionserreger ab, sondern zumindest vorübergehend auch die Zahl unterschiedlicher Darmbakterien.

Deutsche Biologen fanden jetzt auch bei vielen anderen Medikamenten, dass sie die Darmflora schädigen,  z.B. Psychopharmaka, Krebsmittel oder Hormone.

 

Dieser Effekt könnte bekannte Nebenwirkungen vieler Medikamente erklären und zur Entstehung antibiotikaresistenter Keime beitragen.

Peer Bork vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg, einer der vier leitenden Wissenschaftler des Forscherteams, sagt: „Das ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass wir viele nicht antibiotische Medikamente oft über längere Zeiträume einnehmen.

 

Aus früheren Studien war bekannt, dass unter anderem Diabetes- und Schmerzmittel die Darmflora verändern und so die Gesundheit beeinträchtigen können. Erstmals untersuchten Forscher nun systematisch, wie sich circa 1200 therapeutisch genutzte Substanzen auf das Wachstum von 40 repräsentativen Stämmen von Darmbakterien auswirken.

 

Zu den Testsubstanzen zählten Wirkstoffe gegen Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen und Parasiten sowie 835 Wirkstoffe, die zur Behandlung nicht infektiöser Erkrankungen eingesetzt werden. Von den 156 antibakteriellen Substanzen hemmten 78 Prozent das Wachstum von mindestens einer Spezies der Darmbakterien. Eine solche Wirkung zeigten auch 24 Prozent der nicht antibiotischen Medikamente. Die meisten davon wirkten nur gegen einige wenige Bakterienarten. Doch 40 Substanzen waren gegen mindestens zehn verschiedene Keime wirksam. Am häufigsten und stärksten traten diese Nebenwirkungen bei Krebsmitteln, Hormonen und Antipsychotika auf.

 

Die Laborexperimente ergaben zudem, dass viele antibiotikaresistente Keime gleichzeitig auch gegen die nicht antibiotischen Substanzen resistent waren. Beides könnte also auf denselben Resistenzmechanismus zurückzuführen sein. Das würde auch bedeuten, dass eine längerfristige Einnahme solcher nicht antibiotischer Medikamente die Entwicklung antibiotikaresistenter Bakterien zur Folge haben kann.

 

Da sich die Zusammensetzung der Darmflora von Mensch zu Mensch unterscheidet, könnten die Ergebnisse auch erklären, warum ein und dasselbe Medikament bei verschiedenen Patienten unterschiedlich starke Nebenwirkungen hat.

Quelle: „Extensive impact of non-antibiotic drugs on human gut bacteria“, Lisa Maier et al.; Nature, DOI: 10.1038/nature25979

 

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