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Vitamin-B12-Mangel                               GGM vom 10.3.2019

Vitamin-B12-Mangel ist häufig – nicht nur bei Veganern. Die Folgen sind dramatisch: Er macht müde, schwach und depressiv, schädigt Herz und Kreislauf und kann zu irreversiblen Schäden am Nervensystem führen.

Vitamin B12 entgiftet, ist wichtig für die Zellteilung und Blutbildung sowie die Funktion des Nervensystems.

 

Etwas Biochemie:

Vitamin-B12 ist ein "Riesenmolekül" , wodurch ein spezielles Transportprotein ("Taxi") nötig sind, um es aufzunehmen.

Dieses Transportprotein nennt man den intrinsischen Faktor (IF), ein Protein, das von den Belegzellen des Magens produziert wird.

 

Die Summenformel von B12 ist:  C72H100CoN18O17P.

 

Cobalamine sind chemische Verbindungen, die in allen Lebewesen vorkommen und auch als Vitamin-B12-Gruppe bezeichnet werden. Die biologisch inaktive Form Cyanocobalamin ist das Vitamin B12 im engeren Sinne (oft in Nahrungsergänzungen enthalten).

 

Cyanocobalamin wird vom menschlichen Organismus in das biologisch aktive Adenosylcobalamin (Coenzym B12) umgewandelt.

Ebenfalls zur Vitamin-B12-Gruppe gehören die Speicherformen

Aquacobalamin, Hydroxycobalamin und Nitritocobalamin.

Methylcobalamin ist eine weitere biologisch wirksame Coenzym-Form neben Adenosylcobalamin (Coenzym B12). Cobalamine sind die bisher einzigen bekannten cobalthaltigen Naturstoffe.

 

Ein Mangel kann durch unzureichende Zufuhr mit der Nahrung oder durch unzureichende Resorption verursacht werden. Bei mangelhafter Aufnahmefähigkeit im Magen-Darm-Trakt fehlt dem Organismus im Magensaft der intrinsische Faktor (IF), ein Protein, das von den Belegzellen des Magens produziert wird und für die Vitamin-B12-Aufnahme unabdingbar ist.

Häufig ist nicht die Zufuhr, sondern ein Mangel an IF für einen Vitamin-B12-Mangel verantwortlich.

 

 

Bei einem Vitamin-B12-Mangel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Anämien und ein gestörtes Nervensystem entstehen. Dazu gehören Neuropathien (Nervenschäden), Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (ADS), Schlafstörungen, Depressionen, ja selbst demenzähnliche Symptome.

 

Vitamin B12 - worin enthalten?

Vitamin B12 ist fast nur in tierischen Lebensmitteln enthalten. In pflanzlichen Lebensmitteln findet sich Vitamin B12 fast nur in Form von Analoga 1) oder nur in Spuren, die nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse nicht ausreichen, den täglichen Bedarf zu decken.

1) Analoga haben selten identische, meist ähnliche, oft aber auch völlig andere Eigenschaften als das Originalmolekül und sind meist  wirkungslos.. Häufig zeigen sich gravierende Nebenwirkungen auch erst nach längeren Zeiträumen bei Studien mit sehr vielen Studienteilnehmern.

 

B12-Vorkommen, in µg pro 100 Gramm:

Rinderleber                     65

Kalbsleber                  60

Schweineleber                     40

Kalbsniere                25

Hühnerleber                     20

Austern                       15

Hering                     11

Makrele                     9

Rindfleisch                  5

Camembert (30% Fett i.T.)      3

Lachs                       3

Eigelb                      2

Blutwurst                     1

Schweinefleisch             0,8

Speisequark (20 % Fett i. Tr.)      0,8

Kabeljau                       0,5–0,8

Kuhmilch (3,5 % Fett)                0,4

Ingwer                       0,16

Gemüse                      0,01

 

Wie hoch ist der Vitamin-B12-Bedarf?

Der Vitamin-B12-Bedarf beträgt offiziell pro Tag:

Säugling (bis 12 Monate):      0,5 - 1,4 µg

Kleinkind (1 - 4 Jahre):      1,5 µg

Kind (5 - 10 Jahre):           2 - 2,5 µg

Teenager (11 - 15 Jahre):      3,5 - 4 µg

Erwachsener:             4 µg

Schwangere Frau:         4,5 µg

Stillende Frau:              5,5 µg

 

Aus der Nahrung wird nur ein Bruchteil des vorhandenen B12  aufgenommen. Man sollte deshalb ein Vielfaches davon zu sich nehmen, was häufig auch mit einer "normalen", also fleisch-, fisch- und eihaltigen Ernährung gar nicht möglich ist.

 

Wie wird Vitamin B12 vom Körper aufgenommen?

Vitamin B12 kann über zwei Mechanismen vom Körper aufgenommen werden:

 

1. über die aktive Aufnahme mittels Transporterproteine (Intrinsic Factor, IF) können pro Mahlzeit nicht mehr als 1,5 µg Vitamin B12 aufgenommen werden.

2. über die passive Aufnahme mittels Diffusion kann 1 Prozent der verzehrten Vitamin-B12-Menge aufgenommen werden (ohne Transporterproteine), was besonders bei der Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungen interessant ist. Denn wenn ein Vitamin-B12-Präparat beispielsweise 1000 µg Vitamin B12 liefert, so kann man über die passive Diffusion damit immerhin 10 µg Vitamin B12 aufnehmen, was den Bedarf somit gut decken kann.

 

Betrifft ein Vitamin-B12-Mangel nur Veganer?

Veganer wissen, dass bei ihnen ein Vitamin-B12-Mangel am häufigsten vorkommt und nehmen entsprechende Nahrungsrgänzungen ein. Doch auch Nicht-Veganer können einen Vitamin-B12-Mangel aufweisen. Denn Medikamente, eine ungesunde Ernährung oder Infektionen können zu Schäden an Magen und Darm führen (IF-Mangel) und einen Vitamin-B12-Mangel hervorrufen.

 

Bei Allesessern mit B12-Mangel liegt meist eine Magen-Darm-Erkrankung vor, wodurch IF fehlt, während bei den Veganern einfach B12 aus der Nahrung fehlt.

 

Dabei muss es nicht einmal eine schwerwiegende Magenerkrankung sein, wie

z. B. eine Gastritis, die ebenfalls zu einem Vitamin-B12-Mangel führen kann. Es genügt bereits Sodbrennen. Denn viele Menschen nehmen aufgrund von Sodbrennen Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) ein. Und genau diese Medikamente u.a.  fördern die Entstehung eines B12-Mangels, da auch IF gehemmt wird.

 

Weitere Medikamente, die einer Resorption des Vitamin B12 im Wege stehen können, sind Gichtmedikamente und Blutgerinnungshemmer ("Blutverdünner").

 

Ein Vitamin-B12-Mangel zeigt sich oft erst nach vielen Jahren der Mangelversorgung mit den einschlägigen Symptomen, was daran liegt, dass die körpereigenen Vorräte entsprechend lange ausreichen.

 

Gesunde Erwachsene speichern in ihrer Leber 2000–5000 µg Vitamin B12. Das reicht für mehrere Jahre. Säuglinge  verfügen über wesentlich geringere Reserven. Die Leber eines gut ernährten Neugeborenen enthält nur 25–30 µg des Vitamins. Gestillte Kinder von Frauen, die sich vegan ernähren und nicht ausreichend supplementieren, und deren Muttermilch deshalb arm an Vitamin B12 ist, entwickeln ohne Zufütterung tierischer Lebensmittel oder von Präparaten meist im zweiten Lebenshalbjahr Symptome eines Mangels.

 

Falls unsere Vorfahren versucht haben sollten, vegan zu leben, dann gelang es ihnen nicht, weil sie automatisch immer mit ungewaschenen Wildpflanzen auch Kleinstlebewesen zu sich nahmen.

 

Der heute lebende Neuzeitmensch ist also das einzige Lebewesen, dem es aufgrund seiner hygienischen Lebensweise gelingt, sich zu 100% vegan zu ernähren. Denn wir entfernen Insekten akribisch aus dem Salat und waschen Obst und Gemüse so gut wie möglich, was automatisch die B12-haltigen Mikroorganismen entfernt.

 

Vegane Ernährung kann ausserordentlich gesund sein, wenn  man umfassend informiert ist und B12 supplementiert.

 

Da ein B12-Molekül als Zentralatom Kobalt enthält, muß dieses Spurenelement auch genügend vorhanden sein. Es ist in relevanten Mengen in Kakao, Sonnenblumenkernen und Nüssen  enthalten.

 

Was sind die Symptome eines Vitamin-B12-Mangels?

Da der Körper normalerweise einen großen Speicher an Vitamin B12 angelegt hat (2000–5000 µg) können sich die Symptome eines Vitamin-B12-Mangels auch erst nach drei oder mehr Jahren bemerkbar machen.

 

Zu den Symptomen eines Vitamin-B12-Mangels gehören beispielsweise:

Taubheitsgefühle auf der Haut

Appetitlosigkeit

Brennen auf der Zunge

eingerissene Mundwinkel

eine spürbare Leistungsschwäche und Gedächtnisschwäche

demenzähnliche Symptome

Depressionen

Koordinationsstörungen sowie Gangunsicherheit

Schwindel

Konzentrationsstörungen

Schlafstörungen

Müdigkeit bis hin zu Apathie

Weitere Symptome eines Vitamin-B12-Mangels ergeben sich aus den Aufgaben und Funktionen des Vitamin B12, die bei einem Mangel ja nicht mehr erfüllt werden können:

 

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Abbau von Homocystein:

 

Vitamin B12 baut gemeinsam mit Vitamin B6 und der Folsäure das toxische (giftige) Homocystein – das beim  Proteinstoffwechsels entsteht – zu einem ungiftigen Stoff ab. Ein hoher Homocysteinspiegel stellt dort eine ernsthafte Gefahr für die Blutgefässe dar. Homocystein (die "Rasierklinge" in den Blugefäßen) schädigt die Blutgefässwände, so dass es dort zu Entzündungen kommt, die wiederum zu arteriosklerotischen Ablagerungen führen können. Daher gelten hohe Homocysteinwerte als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein hoher Homocysteinspiegel kann also auch ein Anzeichen für einen Vitamin-B12-Mangel sein.

Blutbildung:

Da Vitamin B12 auch an der Blutbildung beteiligt ist, kommt es bei Vitamin-B12-Mangel zu einer besonderen Form der Anämie. Es handelt sich um die sog. Perniziöse (schädliche) Anämie (Morbus Biermer).

 

Vitamin-B12-Mangel beheben

1. Darm

2. hohe Dosen eines Vitamin-B12-Präparates (ab 1.000 µg) sind sinnvoll, da diese per passive Diffusion aufgenommen werden können, also oft auch bei angeschlagenem Magen-Darm-Trakt.

3. Medikamenten-Einnahme auf Notwendigkeit überprüfen.

 

Bitte beachten:

Viele pflanzliche Lebensmittel aber, die angeblich natürlicherweise Vitamin B12 enthalten, liefern nur die unwirksamen Analoga, eignen sich also nicht zur Versorgung mit Vitamin B12.

 

 

 

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